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Martín Mele Objektwahl
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Über einen besonderen Typus der Objektwahl beim Maler

Ist das jetzt ein Flugzeug oder nicht?

Besucher einer Ausstellung von Martín Mele

Martín Mele ist der Maler, und beim »Maler« handelt es sich um einen Freudschen Verschreiber[1]. In seinem wohlversteckten Humor meint Sigmund die Objekte der Liebe, wenn er staubtrocken von »Objekten« spricht.

Martín Mele stammt aus Buenos Aires, der Stadt mit der weltweit größten Psychoanalytikerdichte, und er malt Objekte. Er liebt, und er lebt deshalb in einer anderen Dimension, und er malt in einer anderen Dimension, der dritten: Seine Bilder drängen triebhaft aus der Fläche in den Raum, sie wölben sich, bis sie schließlich nicht mehr hängen, sondern stehen.

Martín Mele findet Objekte und sucht sie nicht, wie man die Liebe findet und nicht sucht. Er findet, was andere verloren haben, verloren gegeben haben, und Müll nennen. Seine Liebe ist rein: Die Objekte selbst haben kein Objekt mehr, keinen Gegenstand, sind keusch – oder das, was in der Kunstwelt als »abstrakt« bezeichnet wird.

Martín Mele

Argentinische Birnen

Rede des Präsidenten der Republik Kuba, Dr. Fidel Castro Ruz auf der internationalen Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung, Monterrey, Mexiko, 21. März 2002

Mit: Rodolfo Gonzalez Mele

Die Objekte sind flüchtig: Sie existieren auf den ersten Blick oftmals nur im Zeitraum einer Ausstellung. Sie sind theatralisch: Zum Ende der Vorstellung werden sie abgebaut und sterben. Sie werden als flüchtig empfunden, wie die Liebe als flüchtig empfunden wird. Doch ist dies die Beständigkeit der Liebe: Wird sie nicht ständig neu erschaffen, vergeht sie.

Die Objekte sind keine Kunst. Sie sind Zufall und treten auf mit der Bescheidenheit der reinen Liebe. Wer meint, daß die Liebe blind macht, wird nichts sehen; wer mit offenen Augen liebt, wird ein Flugzeug im Bauch haben.

[1]Sigmund Freud, über einen besonderen Typus der Objektwahl beim Manne. In: Freud, Beiträge zur Psychologie des Liebeslebens (1918)

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